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Betriebliches Gesundheitsmanagement bei Feuerwehreinsatzkräften

Täglich rücken rund 30.000 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr in ganz Deutschland aus, um Leben zu retten und die Gesundheit von Menschen zu schützen. Körperliche Fitness, psychische Belastbarkeit und ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Motivation sind die Grundvoraussetzungen für diesen Beruf. Die Gesundheit jener zu erhalten, die die Gesundheit anderer schützen, ist somit das wichtigste Argument für eine unbedingte Notwendigkeit eines betrieblichen Gesundheitsmanagements bei Berufsfeuerwehren.

Beratung Betriebliches Gesundheitsmanagement bei Berufsfeuerwehr JenaKrebsrisiko bei Feuerwehrleuten

Nach den Angaben des Berufsverbandes der Feuerwehr liegt das Krebsrisiko für Feuerwehreinsatzkräfte bereits nach 5 Jahren bei mehr als 20 % über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Ein erhöhtes Risiko stellen vor allem die Stoffe Arsen, Formaldehyd, Dioxin, Diesel, Styren, Chloroform, Kadmium, Blausäure, Methylenchlorid, Benzopyren, Asbest und Vinylchloriddenen dar, die als hochgradig krebserregend gelten und denen die Feuerwehrleute vor allem bei der Brandbekämpfung, aber auch bei anderen Einsätzen ausgesetzt sind. Zudem tragen die Einsatzkräfte die Substanzen in Form von kontaminierter Kleidung (selbst in der Unterwäsche wurden Rückstände nachgewiesen) mit zurück in die Leitstelle.

Hier müssen Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung Hand in Hand gehen und die Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements sollte hier nicht nur ein Kann, sondern ein Muss sein. Zum einen geht es in diesem Zusammenhang natürlich um den richtigen Umgang mit der kontaminierten Kleidung und zum anderen um das nötige Angebot für Vorsorgeuntersuchung (regelmäßige Gesundheitschecks). Wieder einmal Vorreiter auf diesem Gebiet, wer hätte es gedacht, sind die Finnen (siehe auch Arbeitsfähigkeit und Produktivität). Die Einsatzkleidung wird hier bereits am Einsatzort getauscht und separat gelagert. Außerdem wird den Berufsrettern einmal im Jahr Blut entnommen und auf das Krebsrisiko getestet. In Deutschland gibt es da noch einen immensen Nachholbedarf. Die Feuerwehr Hamburg und die Feuerwehr Braunschweig sind Vorreiter auf diesem Gebiet.

Beratung für betriebliches Gesundheitsmanagement in Jena EinsatzkräftePsychische Belastung bei Feuerwehrleuten

Ein weiterer entscheidender Einflussfaktor ist bekannter Weise die psychische Belastung, mit der die Feuerwehrmänner und –frauen im Berufsalltag konfrontiert sind. Nicht nur die Einsatzart (Brand, Autounfall, Suizid etc.) sondern auch die Einsatzdauer (Rekordzahlen bei Großeinsätzen bis zu 72 Stunden Einsatzdauer) stellen Stressoren in diesem Berufsfeld dar. Etwa 30 % aller Feuerwehrleute haben in diesem Zusammenhang mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen, die Dunkelziffer liegt wohl noch höher. Wichtigste Maßnahme ist hier das Führen von Seelsorge-und Bewältigungsgesprächen. Es hat sich gezeigt, dass derartige Gespräche, am besten angenommen werden, wenn sie mit Feuerwehrangehörigen geführt werden, sogenannte „Peers“ (Gleiche unter Gleichen). Zusammen mit psychosozialen Fachkräften, werden die Peers im Team aktiv und bilden so eine effiziente Symbiose. Dieses Konzept wird bereits seit einigen Jahren erfolgreich umgesetzt. Voraussetzung ist eine entsprechende Schulung und weiterhin eine ständige Weiterbildung der Peers. Ein regelmäßiges Monitoring in Form von Gefährdungsbeurteilungen für psychische Belastungen ist dabei ebenfalls Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Arbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit bei Feuerwehreinsatzkräften.

Nicht nur traumatische Erfahrungen können die Einsatzkräfte psychisch belasten auch das Arbeitsumfeld und der psychosoziale Umgang mit Kollegen ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Hier gibt es sogar ein spezifisches Krankheitsbild, der sogenannte „Feuerwehr-Burnout“. Vor allem Generationenkonflikte und das kollegiale Umfeld können hier eine Rolle spielen. Sinnvolle Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement finden sich diesbezüglich vor allem im Bereich des Stress- und Konfliktmanagements.

Aber auch die Arbeitsplatzgestaltung kann einen sinnvollen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit und auch der Arbeitszufriedenheit im Feuerwehralltag leisten. Investitionen in Ruhe- und Aufenthaltsräume (nicht nur praktisch sondern auch atmosphärisch), sollten dabei die gleiche Rolle spielen wie Investitionen in Einsatzgerätschaften, da diese der Regeneration der Einsatzkräfte dienen und somit sowohl die psychische, als auch die physische Gesundheit der Einsatzkräfte entscheidend beeinflussen.

Fazit: Die gesellschaftliche Verantwortung von Feuerwehreinsatzkräften ist hoch und dementsprechend hoch sollten auch die Bemühungen sein ihre Gesundheit und Arbeitsfähigkeit bestmöglich zu erhalten. Auch hier heißt es immer GEMEINSAM mit allen relevanten Beteiligten, Probleme aufdecken und Lösungen finden. Besonders Gesundheitszirkel eignen sich hier hervorragend, da sie mögliche Konfliktsituationen besser aufdecken als quantitative Befragungen.

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